Deutschlands Gasspeicher sind aktuell nur zu rund 47 Prozent gefüllt – bis November müssen es 70 Prozent sein. Gasexpertin Natasha Fielding von Argus Media warnt, Europa gehe mit den niedrigsten Reserven seit der Energiekrise 2022 in den Winter. INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann schlägt in dieselbe Kerbe: Bei einem außergewöhnlich kalten Winter steigen die Risiken erheblich.
Gleichzeitig verschärft der niedrige Rheinpegel die Lage. Anfang August maß der Pegel Kaub im Rhein-Lahn-Kreis nur noch 20 Zentimeter. Frachtschiffe können deshalb nur noch zu einem Viertel beladen fahren – und müssen entsprechend öfter pendeln. Das treibt die Logistikkosten für Mineralölprodukte wie Benzin und Diesel nach oben. Ausweichrouten über Straße und Schiene können die fehlenden Kapazitäten nicht vollständig ersetzen.
Die Bundesnetzagentur und Energieversorger RheinEnergie sehen dennoch keine akute Mangellage. Dank neuer LNG-Terminals – Anlagen zum Import von verflüssigtem Erdgas – und stabilerer Lieferquellen wie Norwegen sei die Versorgung breiter aufgestellt als früher.
Niedrige Gasspeicher und Rhein-Niedrigwasser belasten Energieversorgung
Warum das wichtig ist
Steigen die Logistikkosten durch den Niedrigwasserstand weiter, könnten Benzin und Diesel an der Tankstelle teurer werden – besonders wenn ein kalter Winter die Gasnachfrage zusätzlich erhöht.