Ex-Bundesfinanzminister Christian Lindner hat Bundeskanzler Friedrich Merz in der Rentendebatte scharf angegriffen. Mit der Frage, was Merz »früher beruflich gemacht« habe, spielte Lindner im Tagesspiegel-Interview auf Merz' frühere Tätigkeit als Aufsichtsratschef von Blackrock Deutschland an – dem Vermögensverwalter, den er zwischen 2016 und 2020 leitete.
Auslöser war Merz' Aussage, die geplante Kapitalrente bringe jährlich mindestens 30 Milliarden Euro in die deutsche Wirtschaft. Lindner widersprach: Das angesparte Kapital müsse weltweit gestreut werden, nicht überwiegend in Deutschland landen – sonst fehle die nötige Risikostreuung für eine sichere und profitable Anlage. Grundsätzlich begrüßt Lindner die Kapitalrente dennoch, kritisiert aber die geplante Finanzierung. Laut Rentenkommission sollen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zwei Prozent des Bruttoeinkommens zusätzlich einzahlen. Das sei ein »Standortrisiko erster Klasse«, so Lindner. Er hält einen Kapitalaufbau auch ohne Beitragserhöhungen für möglich. Als Verwalter favorisiert er den Atomfonds Kenfo.
Lindner spottet über Merz und warnt vor Beitragserhöhung bei Kapitalrente
Warum das wichtig ist
Steigen die Rentenbeiträge wie geplant, zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber künftig je zwei Prozentpunkte mehr vom Bruttogehalt – bei 3.000 Euro brutto wären das 60 Euro monatlich pro Seite.