Die Inflation im Euroraum ist im August auf 3,3 Prozent gestiegen – nach 2,9 Prozent im Juli. Das liegt deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank. Haupttreiber sind die Energiepreise, die laut Eurostat um 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegten. Die Kernrate – also Inflation ohne Energie und Lebensmittel – sank dagegen leicht auf 2,4 Prozent. Der Preisdruck kommt damit fast ausschließlich aus einer einzigen Warengruppe.

Ursache ist der Iran-Krieg, der einen Preisschock bei Öl und Gas ausgelöst hat. Nordseeöl der Sorte Brent kostet inzwischen über 90 Dollar je Barrel, europäisches Erdgas mehr als 71 Euro je Megawattstunde. Laut ifo Institut entstehen deutschen Haushalten dadurch bereits 16,8 Milliarden Euro an zusätzlichen Konsumausgaben. Besonders hart trifft es einkommensschwache Haushalte: Das ärmste Zehntel verliert rechnerisch 2,87 Prozent seines verfügbaren Einkommens – das wohlhabendste Zehntel dagegen nur 0,65 Prozent.

Am 10. September entscheidet der EZB-Rat über die Zinsen. Der Einlagenzins – also der Satz, zu dem Banken Geld bei der EZB parken – liegt derzeit bei 2,25 Prozent.