Die US-Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins vorerst unverändert in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Damit folgt sie den Erwartungen einer großen Mehrheit der Ökonomen, die nach der Zinserhöhung im September – der ersten seit drei Jahren – eine Pause für wahrscheinlich hielten.

Doch die Debatte über den weiteren Kurs ist offen. Auslöser ist hartnäckiger Inflationsdruck: Im September stiegen die US-Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent. Gleichzeitig verlangsamte sich das Beschäftigungswachstum spürbar. „Weder Inflation noch Beschäftigung liefern den Notenbankern ein klares Signal", sagte DWS-Chefvolkswirt Christian Scherrmann. Einige Analysten, darunter Matthew Martin von Oxford Economics, halten deshalb weitere Zinsschritte noch in diesem Jahr für wahrscheinlich.

Die Fed steckt damit in einem klassischen Dilemma: Ein zu hoher Leitzins bremst Wirtschaft und Arbeitsmarkt, weil Kredite teurer werden. Ein zu niedriger Zins kann die Inflation weiter anheizen. Wie die Notenbank diesen Kompromiss auflöst, bleibt offen.