Die EU-Kommission hat den chinesischen Online-Händler Temu im Mai mit einer Strafe von 200 Millionen Euro belegt. Der Vorwurf: Temu schützt Verbraucher nicht ausreichend vor illegalen Produkten und verstößt damit schwerwiegend gegen den Digital Services Act (DSA) – das EU-Gesetz, das Plattformen für die Sicherheit ihrer Angebote verantwortlich macht.
Auslöser waren Testkäufe aus dem Jahr 2025. Ladegeräte scheiterten an grundlegenden Sicherheitsprüfungen, ein hoher Prozentsatz getesteter Babyspielzeuge überschritt Chemikalien-Grenzwerte oder stellte Erstickungsgefahren dar. Temu hat daraufhin Änderungsvorschläge bei der Kommission eingereicht, die diese vorläufig akzeptierte. Konkret muss das Unternehmen prüfen, ob seine Empfehlungsalgorithmen illegale Produkte begünstigen, und mit messbaren Kennzahlen belegen, dass Schutzmaßnahmen wirken. Dafür hat Temu vier Monate Zeit.
Parallel dazu trat am 1. Juli 2026 eine EU-Zollreform in Kraft: Die bisherige Zollfreigrenze für Pakete unter 150 Euro entfällt. Händler zahlen künftig einen Pauschalzoll von 3 Euro pro Warenkategorie, ab November 2026 zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro.
EU bestraft Temu mit 200 Mio. Euro – Plattform kündigt Reformen an
Warum das wichtig ist
Wer bei Temu oder ähnlichen Plattformen bestellt, sollte wissen: Händler tragen die neuen Zollkosten formell selbst – ob sie diese still in die Preise einrechnen, bleibt zu beobachten.