Die Europäische Zentralbank hat am 10. September ihren Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent angehoben – es ist die zweite Erhöhung in diesem Jahr nach dem ersten Schritt im Juni.

Auslöser ist die hartnäckig hohe Inflation: Im August lag die Teuerungsrate im Euroraum bei 3,3 Prozent – deutlich über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent. Energiepreise, die durch den Nahost-Konflikt getrieben werden, spielen dabei eine zentrale Rolle; Rohöl der Sorte Brent nähert sich der Marke von 110 US-Dollar je Barrel.

ifo-Präsident Clemens Fuest nennt den Schritt unvermeidlich, da auch die Kerninflation – also die Teuerung ohne Energie und Lebensmittel – deutlich über zwei Prozent liege. Für Deutschland komme die Erhöhung angesichts schwacher Konjunktur ungelegen, doch die EZB sei dem gesamten Euroraum verpflichtet.

Weitere Zinsschritte stehen im Raum: Bundesbank-Präsident Joachim Nagel schloss gegenüber CNBC nicht aus, dass die Zinsen in den „leicht restriktiven Bereich" steigen könnten. Die nächste EZB-Entscheidung fällt am 29. Oktober. EZB-Chefin Christine Lagarde warnte, die Inflation werde bis Ende 2026 zunächst weiter steigen, bevor sie sinke.

Für Kreditnehmer bedeutet die Erhöhung konkret rund 15 bis 20 Euro mehr pro Monat je 100.000 Euro Schulden. Sparer hingegen profitieren: Immer mehr Banken erhöhen ihre Tagesgeldzinsen im Wettbewerb um Einlagen.