Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr auf 2,5 Prozent angehoben – angetrieben von einer Inflation, die im August auf 3,2 Prozent gestiegen ist. Haupttreiber sind die Energiepreise, die infolge des Irankriegs stark zugelegt haben.
EZB-Vizepräsident Boris Vujcic warnt: Bleibt die Teuerung bis in den Herbst hoch, drückt sie auf Haushaltseinkommen und Konsum – und damit auch auf das Bruttoinlandsprodukt, also die gesamte Wirtschaftsleistung der Eurozone. Dabei hatte die Wirtschaft im Frühjahr trotz der Energiepreisbelastung noch überraschend kräftig um 0,6 Prozent zugelegt. Für das Gesamtjahr erwartet die EZB nun ein Wachstum von 0,9 Prozent, 2027 sollen es 1,4 Prozent sein. EZB-Chefin Christine Lagarde betonte, die Notenbank richte ihre Entscheidungen nicht allein an Energiepreisen aus, sondern berücksichtige auch Wachstum und Konsum.
Gleichzeitig zeigt eine EZB-Umfrage unter rund 19.000 Verbrauchern: Die Menschen rechnen für die nächsten zwölf Monate mit einer Inflationsrate von 3,0 Prozent – ein Warnsignal für die Notenbank, die mittelfristig nur 2,0 Prozent anstrebt.
EZB erhöht Leitzins auf 2,5 % – und warnt vor weiteren Konjunkturrisiken
Warum das wichtig ist
Wer einen Kredit plant, sollte wissen: Steigende Leitzinsen verteuern Darlehen direkt – bei einem Immobilienkredit von 300.000 Euro können schon 0,5 Prozentpunkte mehr mehrere hundert Euro höhere Jahreskosten bedeuten.