Der Dieselpreis hat in Deutschland ein neues Allzeithoch erreicht: Laut ADAC kostete der Liter am Donnerstag im bundesweiten Schnitt 2,471 Euro – bereits der zweite Rekordtag in Folge. Ursache ist die militärische Eskalation am Persischen Golf: Die Sperrung der Straße von Hormus sowie Angriffe auf Förderstätten und Raffinerien in den Golfstaaten verknappen das Rohölangebot weltweit.

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann nannte in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner" erstmals konkrete Entlastungsbeträge: 21 bis 25 Cent pro Liter hält sie für spürbar – und kündigte an, dies „Anfang Oktober" anzugehen.

In der Koalition sind die Wege umstritten. Die Union favorisiert eine Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent, was laut DIW-Steuerexperte Stefan Brach bei einem Preis von 2,30 Euro rund 23,2 Cent Ersparnis ergäbe – mehr als beim Tankrabatt 2022. Unternehmen würden davon allerdings kaum profitieren, da sie Mehrwertsteuer über den Vorsteuerabzug zurückerhalten.

Die SPD setzt auf eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne sowie einen staatlichen Preisdeckel. Finanzminister Lars Klingbeil scheiterte mit dem Übergewinnsteuer-Vorstoß jedoch in Dublin: EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis lehnte einen EU-weiten Vorschlag „zum jetzigen Zeitpunkt" ab.

Ökonomen um Sachverständigenrats-Chefin Monika Schnitzer empfehlen stattdessen einkommensabhängige Direktzahlungen als zielgenauestes Instrument. Der ADAC fordert zusätzlich eine Stromsteuersenkung als Anreiz für den Umstieg auf Elektroautos.