Der europäische Erdgaspreis ist auf den höchsten Stand seit Ende 2022 gestiegen. Der maßgebliche Terminkontrakt TTF – ein Referenzpreis für Erdgaslieferungen in Europa – notierte zuletzt bei 85,95 Euro pro Megawattstunde an der Amsterdamer Börse.
Haupttreiber sind die ungewöhnlich niedrigen Speicherstände. Europas Gasspeicher sind derzeit zu rund 74 Prozent gefüllt – deutlich weniger als der Fünfjahresdurchschnitt von etwa 89 Prozent. Deutschland liegt mit 60 Prozent noch weiter darunter. Speichergas deckt normalerweise 25 bis 30 Prozent des winterlichen EU-Gasbedarfs ab; der Rest kommt über Pipelines und Flüssiggas-Lieferungen (LNG), vor allem aus Norwegen und den USA.
Zusätzlich belasten die Folgen des Iran-Kriegs die Versorgung. LNG-Tankerdurchfahrten durch die Straße von Hormus – eine Schlüsselroute für Gaslieferungen aus dem Persischen Golf – haben zwar zuletzt zugenommen, erreichen laut Commerzbank aber erst rund 20 Prozent des Vorkriegsniveaus. Gleichzeitig konkurriert Asien mit Europa um verfügbare LNG-Mengen.
Europäischer Gaspreis erreicht höchsten Stand seit Ende 2022
Warum das wichtig ist
Wer mit Gas heizt oder kocht, muss sich auf höhere Abschlagsrechnungen einstellen – der Großhandelspreis liegt derzeit fast dreimal so hoch wie vor Beginn des Iran-Kriegs (damals rund 32 Euro je Megawattstunde).