Zwei große Notenbanken haben zuletzt die Zinsen erhöht – und laut Deutscher Bank könnte das erst der Anfang sein. Die Europäische Zentralbank hob ihren Einlagenzins am 10. September um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent an. Die US-Notenbank Fed zog am 16. September nach und erhöhte ihre Zielspanne auf 3,75 bis 4,00 Prozent – die erste Zinserhöhung seit 2023. Beide Schritte begründeten die Notenbanken mit anhaltend hoher Inflation.

Deutsche-Bank-Makrostratege Henry Allen warnt nun, dass Anleger das Ausmaß weiterer Zinsschritte unterschätzen. Zwei Faktoren sprechen laut seiner Analyse dafür: Erstens zeige die Geschichte, dass Zinserhöhungszyklen regelmäßig länger und stärker ausfallen als anfangs erwartet. Zweitens treiben steigende Rohstoffpreise die Inflation weiter an – dieser Effekt schlägt zeitversetzt auf Transport, Produktion und Verbraucherpreise durch. Hinzu kommt, dass die Notenbanken ihr spätes Reagieren auf die Inflation 2021 und 2022 nicht wiederholen wollen.