Sepp Müller, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, verlangt den Dauerbetrieb deutscher Kohlekraftwerke. Bisher springen diese Anlagen nur in sogenannten Dunkelflauten ein – Phasen, in denen weder Wind noch Sonne genug Strom liefern. Müller will das ändern: Die Kraftwerke sollen ständig laufen, bis vergleichbare Gaskraftwerke gebaut sind – voraussichtlich 2030 oder 2031.

Hintergrund ist der Iran-Krieg, der die Gaspreise stark steigen lässt. Gleichzeitig sind die deutschen Gasspeicher derzeit nur zu 51 Prozent gefüllt – im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 67 Prozent. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Füllstand von 70 Prozent bis Anfang November, den Branchenexperten bereits für schwer erreichbar halten. Mehr Kohlestrom würde Gas im Stromnetz ersetzen und so die Speicherbefüllung erleichtern, argumentiert Müller. Die Wirtschaft könne dadurch jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag sparen. Den Klimaeinwand kontert Müller mit dem Verweis auf den Emissionshandel. Das Thema soll nun in der Koalition besprochen werden.