Mehr als 100.000 Rentner könnten ab Januar 2027 weniger Rente bekommen. Die Bundesregierung streicht eine Möglichkeit, mit der pflegende Rentner bisher zusätzliche Rentenpunkte sammelten – auch nach Erreichen der regulären Altersgrenze.

Der Mechanismus dahinter: Wer das Rentenalter überschritten hat, gilt als versicherungsfrei. Die Pflegekasse zahlt dann keine Rentenbeiträge mehr. Wechselte man jedoch in eine Teilrente und verzichtete auf nur 0,01 Prozent der Vollrente, lebte die Versicherungspflicht wieder auf. Konkret heißt das: Ein Jahr häusliche Pflege brachte je nach Pflegegrad zwischen 7,04 und 37,27 Euro mehr Rente pro Monat. Laut Deutscher Rentenversicherung bezogen 2025 rund 101.200 Rentner eine Teilrente nach Erreichen der Regelaltersgrenze – in dieser Gruppe vermutet DRV-Expertin Gundula Sennewald einen hohen Anteil an Pflegepersonen.

Das Kabinett hat den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes unter Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) beschlossen. Darin bezeichnet die Regierung die Praxis als „unbeabsichtigte Gestaltungsmöglichkeit", die das Flexirentengesetz von 2017 eröffnet habe.