Ab Januar 2027 können Sparer in Deutschland erstmals staatlich gefördert über ETFs und Fonds für das Alter vorsorgen. Der Staat zahlt bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr: Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt es 50 Cent je eingezahltem Euro, für weitere bis zu 1.440 Euro noch 25 Cent je Euro. Eltern erhalten zusätzlich bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Kind. Mindestens 120 Euro Eigenbeitrag sind Voraussetzung für die Förderung.

Der entscheidende Unterschied zu Riester: Das neue Depot bietet keine Beitragsgarantie. Dadurch fließt ein größerer Anteil des Geldes direkt in den Kapitalmarkt – Kursschwankungen müssen Sparer dabei aushalten. Erträge bleiben während der Ansparphase steuerfrei. Banken und Neobroker sind verpflichtet, ein Standarddepot mit zwei Fonds anzubieten, um den Einstieg zu erleichtern.

Experten diskutierten die Reform beim „Alles-auf-Aktien"-Summit von Business Insider. DKB-Chef Sven Deglow sieht darin einen „großen Schritt in Richtung Wertpapierkultur". Derzeit investieren laut Deutschem Aktieninstitut nur 14,5 Prozent der Deutschen in Aktien – in den USA sind es laut Gallup 62 Prozent.