Wer mit 55 Jahren erstmals einen ETF-Sparplan startet, hat bis zum Rentenalter 67 noch zwölf Jahre Zeit – genug, um Vermögen aufzubauen. Das zeigt eine Modellrechnung: Wer monatlich 200 Euro investiert, zahlt bis 67 insgesamt 28.800 Euro ein. Bei einer angenommenen Jahresrendite von fünf Prozent könnten daraus rund 39.000 Euro werden. Bei 400 Euro monatlich wären es rechnerisch etwa 79.000 Euro. Garantiert ist das nicht – Kurse können stark schwanken, Steuern und Kosten sind dabei nicht eingerechnet.

Entscheidend ist laut Finanzexpertin Margarethe Honisch nicht das Alter, sondern wann das Geld tatsächlich gebraucht wird. Dazu kommt: Der Anlagehorizont endet nicht automatisch mit dem Rentenbeginn. Wer mit 67 nur einen Teil des Ersparten sofort benötigt, kann den Rest weiter investiert lassen.

Bevor überhaupt ein ETF ausgewählt wird, sollten Anlageziel, Zeitraum und persönliche Risikobereitschaft feststehen – das betonen sowohl Honisch als auch Experten des „Alles auf Aktien"-Summits übereinstimmend. Geld, das in absehbarer Zeit für größere Ausgaben gebraucht wird, gehört nicht ins Depot.