Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr 2026 trotz des Iran-Kriegs leicht gewachsen. Laut Bundesbank-Monatsbericht Juli dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt – also die Gesamtleistung der Volkswirtschaft – im zweiten Quartal saisonbereinigt etwas zugelegt haben. Volkswirte rechnen mit einem Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Eine offizielle Schätzung des Statistischen Bundesamts erscheint am 30. Juli.
Zwei Faktoren stützen die Konjunktur: Die Industrie profitiert von starker Auslandsnachfrage und wachsenden Exporten, auch weil internationale Konkurrenten stärker unter Lieferengpässen leiden. Gleichzeitig halten die Verbraucher ihre Ausgaben trotz gestiegener Energiepreise stabil. Zusätzlich schiebt der Staat milliardenschwere Investitionen in Straßen, Schienen und Verteidigung an.
Allerdings warnt die Bundesbank vor steigender Inflation: Die Teuerungsrate war im Juni auf 2,3 Prozent gesunken, dürfte aber wieder anziehen – weil der Tankrabatt Anfang Juli auslief und höhere Energiepreise erfahrungsgemäß mit Verzögerung auf alle Warengruppen durchschlagen.
Bundesbank sieht Mini-Wachstum im zweiten Quartal 2026
Warum das wichtig ist
Wer im Sommer tankt oder einkauft, dürfte die Folgen spüren: Die Bundesbank erwartet, dass die Inflation in den kommenden Monaten wieder über 2,3 Prozent steigt.