Berlin verfehlt seine Neubauziele deutlich: Statt der angestrebten 20.000 neuen Wohnungen entstanden im vergangenen Jahr nur 13.754. Gleichzeitig ist die Zahl der Milieuschutzgebiete – kommunale Zonen, die Verdrängung alteingesessener Mieter verhindern sollen – seit 2011 von 18 auf 82 gestiegen. Kritiker sehen darin einen Hauptgrund für den Sanierungsstau.
Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia besitzt in Berlin zusammen mit seiner Tochter Deutsche Wohnen rund 130.000 Wohnungen – weniger als acht Prozent des gesamten Berliner Bestands. Konzernchef Luka Mucic betont, sein Unternehmen könne die Krise nicht allein lösen. Die Durchschnittsmiete im Bestand liege bei 8,26 Euro pro Quadratmeter, bei Neuvermietungen bei 10,80 Euro. Seit 2013 hat Vonovia 6.000 neue Wohneinheiten in Berlin gebaut, aktuell sind 1.000 weitere im Bau.
Die Berliner Linke fordert die Enteignung großer Wohnungsbestände. Mucic lehnt das ab und plädiert stattdessen für bessere Rahmenbedingungen für Neubau. Ein Bundesgesetz, das Enteignungen verhindern soll, ist laut Mucic bereits in Arbeit.
Berliner Wohnungsmarkt: Regulierung bremst Neubau, Vonovia fordert Umdenken
Warum das wichtig ist
Wer in Berlin zur Miete wohnt, zahlt bei Neuvermietungen im Schnitt 10,80 Euro pro Quadratmeter – während der politische Streit um Enteignung und Regulierung den dringend nötigen Neubau weiter verzögert.