Der deutsche Wohnungsbau sendet gemischte Signale. Im Juli 2026 genehmigten die Behörden 22.500 neue Wohnungen – 1,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Von Januar bis Juli summieren sich die Genehmigungen auf 148.800 Einheiten, knapp 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Besonders stark wuchs die Zahl bei Zweifamilienhäusern: plus 25 Prozent auf 8.900 Wohnungen. Bei Mehrfamilienhäusern, der größten Gebäudekategorie, genehmigten die Behörden 79.700 Neubauwohnungen – gut 15 Prozent mehr als zuvor. Einen Anteil daran hat der „Bauturbo", den die Koalition aus Union und SPD 2025 einführte, um Genehmigungsverfahren zu vereinfachen.
Trotzdem bleibt die Stimmung in der Branche gedämpft. Ökonom Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung warnt, dass gestiegene Zinsen auf zehnjährige Immobilienkredite den Aufwärtstrend bremsen könnten. Dazu klafft eine strukturelle Lücke: 2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt – so wenige wie seit 2012 nicht mehr. Mehr Genehmigungen bedeuten also noch lange nicht mehr fertige Wohnungen.
Baugenehmigungen steigen um 13 Prozent – doch Wohnungen fehlen weiter
Warum das wichtig ist
Wer 2027 bauen oder kaufen will, muss mit höheren Kreditkosten rechnen – die Zinsen für zehnjährige Immobilienkredite sind seit Jahresbeginn um 0,5 Prozentpunkte gestiegen.