Der deutsche Immobilienmarkt verliert spürbar an Schwung. Das Hamburger Gewos-Institut erwartet für 2026 rund 612.000 Käufe von Wohnimmobilien – das sind 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig sinkt der Gesamtumsatz um 2 Prozent auf knapp 211 Milliarden Euro.

Haupttreiber ist der Zinsanstieg infolge des Irankriegs. Baufinanzierungen mit zehn Jahren Zinsbindung – also dem Zeitraum, in dem der Zinssatz festgeschrieben bleibt – kosten derzeit rund 4,25 Prozent jährlich. Das ist laut der Analysefirma Barkow Consulting der höchste Stand seit Mai 2011. Dazu kommen steigende Baupreise, allgemeine Inflation sowie eine strengere Kreditvergabe der Banken. Schon im zweiten Quartal registrierte Gewos-Experte Sebastian Wunsch einen „erheblichen Dämpfer": Anfragen auf Immobilienportalen gingen zurück, Objekte bleiben länger auf dem Markt. Besonders hart trifft es Eigenheimkäufer, deren Segment um mehr als 5 Prozent schrumpfen dürfte. Mehrfamilienhäuser bilden die Ausnahme – Investoren profitieren dort von steigenden Mieten.