Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Preisgestaltung der Deutschen Bahn nach einer 23-monatigen Untersuchung scharf kritisiert. Ergebnis: An 76 Prozent der erhobenen Tage war der beworbene Super Sparpreis – das günstigste Ticket im Fernverkehr – für Fahrten zwischen 7 und 19 Uhr nicht buchbar. An diesen Tagen lagen die tatsächlichen Preise zwischen 15 und 157 Prozent über dem Werbepreis. Nur an jedem vierten Erhebungstag stimmten Werbung und Realität überein.

Der vzbv erfasste dafür täglich die günstigsten Direktverbindungen zwischen Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt – vom 1. Juni 2024 bis zum 30. April 2026. Dabei zeigten sich weitere Muster: Freitags und sonntags zahlen Reisende typischerweise 71 Prozent mehr als dienstags oder mittwochs. Wer zwischen 10 und 13 Uhr fährt, hat nur 19 Prozent Chance auf den günstigsten Preis; zwischen 16 und 19 Uhr steigt diese Chance auf 66 Prozent.

Die Deutsche Bahn weist die Studie zurück und spricht von „erheblichen methodischen Mängeln". Der gewählte Zeitraum blende wichtige Frühverbindungen aus. Verbandschefin Ramona Pop fordert dennoch ein transparenteres Tarifsystem.