Die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen in Restaurants – von 19 auf 7 Prozent – kommt bei den Gästen nicht an. Das zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens WMP-Consult, die die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Auftrag gegeben hat.
Die Forscher verglichen die Preise von mehr als 180.000 Gerichten in über 12.000 Restaurants – einmal vor der Steueränderung im Oktober 2025, dann erneut im Februar und März 2026. Ergebnis: Bei neun von zehn Gerichten blieben die Preise gleich. Nur ein Prozent wurde günstiger. Acht Prozent wurden sogar teurer – besonders häufig Bowls, Schnitzel und Steaks. Im Schnitt stiegen die Preise um 0,5 Prozent. Dabei hätten Restaurantbesuche rechnerisch um rund zehn Prozent günstiger werden können, wenn Betriebe die Entlastung vollständig weitergegeben hätten.
Die Bundesregierung hatte den Betrieben freigestellt, ob sie die Ersparnis an Gäste weitergeben oder für eigene Kosten nutzen. Viele Gastronomen hatten bereits vorab angekündigt, die gestiegenen Betriebskosten damit ausgleichen zu wollen. Laut Creditreform meldeten allein 2025 rund 2.900 Gastronomiebetriebe Insolvenz an – mehr als doppelt so viele wie 2022.
Gastro-Steuergeschenk verpufft: Preise steigen trotz Mehrwertsteuersenkung
Warum das wichtig ist
Wer auf günstigere Restaurantbesuche gehofft hat, zahlt weiterhin denselben Preis – oder sogar mehr: Im Schnitt sind Gerichte seit der Senkung um 0,5 Prozent teurer geworden.