Nach 13 Nächten US-Angriffe auf den Iran haben beide Seiten ihre Attacken über das Wochenende ausgesetzt – und der Ölpreis reagierte am Montag mit dem größten Tagesrückgang seit mehr als zwei Monaten.

Der Preis für Brent-Rohöl – die wichtigste europäische Referenzsorte – fiel zeitweise unter 90 Dollar je Barrel (159 Liter) und lag damit bis zu acht Prozent unter dem Niveau der Vorwoche. Noch am Donnerstag hatte Brent kurzzeitig die Marke von 100 Dollar überschritten. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um rund 5,5 Prozent auf etwa 84 Dollar.

Auslöser der Entspannung ist ein Vermittlungsversuch Omans: Ein omanischer Unterhändler reiste laut CBS-Bericht am Freitag nach Teheran, um Gespräche zwischen Washington und Teheran vorzubereiten. Teheran signalisierte, eigene Angriffe einzustellen, solange die USA ihre ebenfalls aussetzen.

Analysten bleiben skeptisch. John Evans vom Ölmakler PVM Oil warnte, der Markt suche „krampfhaft nach guten Nachrichten". Zudem greifen die vom Iran unterstützten Huthis weiterhin saudi-arabische Ölanlagen am Roten Meer an, was anhaltende Lieferrisiken bedeutet.

An den Zapfsäulen kommt der Rückgang bisher kaum an. Super E10 kostete laut ADAC am Sonntag im Bundesschnitt 2,157 Euro pro Liter, Diesel 2,21 Euro – jeweils nur rund einen Cent weniger als zuvor. Gegenüber dem Stand vor Kriegsbeginn liegt Benzin noch knapp 38 Cent, Diesel gut 46 Cent höher.