Fast jeder zweite Rentner in Deutschland muss nach der Steuererklärung Geld ans Finanzamt überweisen. Laut einer Auswertung des Steuererklärungsanbieters Smartsteuer, die den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vorlag, traf das 41 Prozent der untersuchten Fälle – im Durchschnitt waren 1326 Euro fällig. Grundlage sind Steuerbescheide aus dem Jahr 2025 im mittleren fünfstelligen Bereich. In der Hälfte aller Nachzahlungsfälle blieb der Betrag bei höchstens 499 Euro.
Gleichzeitig erhielten rund 45 Prozent der Rentner eine Erstattung, durchschnittlich 1383 Euro. Bei 14 Prozent ergab sich weder eine Nachzahlung noch eine Rückzahlung. Ein wesentlicher Grund für die Nachzahlungen: Auf die gesetzliche Rente wird – anders als beim Arbeitslohn – keine Steuer vorab einbehalten. Die volle Last fällt deshalb erst mit dem Bescheid an. Knapp die Hälfte der Rentner (48,5 Prozent) hatte zudem weitere Einkünfte, etwa aus Arbeit oder Mieteinnahmen, was die Steuerlast erhöht.
Smartsteuer-Geschäftsführer Stefan Heine erklärt den Anstieg der steuerpflichtigen Rentner so: Jede Rentenerhöhung hebt den steuerpflichtigen Anteil an, während der persönliche Freibetrag unverändert bleibt.
41 Prozent der Rentner zahlen im Schnitt 1326 Euro Steuern nach
Warum das wichtig ist
Wer als Rentner Zusatzeinkünfte hat – etwa aus Vermietung oder einem Nebenjob – sollte frühzeitig prüfen, ob Steuervorauszahlungen sinnvoll sind, um eine hohe Einmalzahlung zu vermeiden.