15,61 Euro kostet die Maß Bier auf dem Münchner Oktoberfest in diesem Jahr. Das klingt nach einem moderaten Anstieg – und kurzfristig stimmt das: Gegenüber dem Vorjahr verteuert sich das Bier um 2,4 Prozent, weniger als die allgemeine Inflationsrate von rund drei Prozent.

Der Langfristblick erzählt eine andere Geschichte. 1985 kostete die Maß umgerechnet 3,20 Euro – ein Fünftel des heutigen Preises. Seitdem sind die Wiesn-Bierpreise um 400 Prozent gestiegen. Die allgemeinen Verbraucherpreise legten im gleichen Zeitraum nur um 120 Prozent zu. Konkret heißt das: Die sogenannte „Wiesnflation" übersteigt die reguläre Teuerung mehr als dreifach. Diese Zahlen stammen vom Münchner Statistikamt und wurden vom UniCredit-Chefökonomen Andreas Rees ausgewertet.

Dass die Preissteigerung in diesem Jahr vergleichsweise gering ausfällt, könnte auf ein wirtschaftliches Grundprinzip hindeuten: Steigen Preise zu stark, sinkt die Nachfrage – und Anbieter reagieren mit Zurückhaltung.