Wer regelmäßig zur Zigarre oder zum Zigarillo greift, muss sich auf deutlich höhere Preise einstellen. Koalitionsfraktionen im Bundestag planen eine erhebliche Anhebung der Tabaksteuer – ab Januar könnte sie greifen. Bodo Mehrlein, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie, spricht von einer „Steuer-Explosion": Die Preise würden um 50 bis 60 Prozent steigen. Konkret heißt das: Eine Zigarre für heute 10 Euro könnte künftig 16 Euro kosten.
Die Branche trifft das zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Umsatz der deutschen Zigarrenindustrie liegt 2024 bereits sechs bis sieben Prozent unter dem Vorjahreswert – weil Verbraucher wegen gestiegener Alltagskosten beim Konsum sparen. In Deutschland stellen sieben Firmen Zigarren her, fünf davon in Ostwestfalen. Insgesamt beschäftigt die Branche 1.640 Menschen. Pro Jahr werden rund zwei Milliarden Zigarren und Zigarillos verkauft.
Mehrlein warnt: Sollte die Koalition ihre Pläne nicht abschwächen, seien Jobverluste kaum zu vermeiden. Auch rund 500 Fachhandelsgeschäfte wären betroffen.
Tabaksteuer-Pläne könnten Zigarren um 60 Prozent verteuern
Warum das wichtig ist
Wer gelegentlich ein Zigarillo kauft, könnte künftig statt 10 Euro bis zu 16 Euro zahlen – sofern die Steuerpläne wie geplant ab Januar in Kraft treten.