Volkswagen plant, die Gehälter seiner weltweit rund 660.000 Beschäftigten bis zum Jahr 2030 einzufrieren. Das geht aus internen Unterlagen hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorlagen, und wurde vom Europäischen und Weltkonzernbetriebsrat bestätigt. Der Konzernvorstand hat demnach Personalverantwortliche weltweit zu Nullrunden angewiesen – konkret: jegliche Lohnerhöhungen auszusetzen. Die Vorgabe gilt bereits seit Anfang Oktober.

Damit bricht VW mit einer langjährigen Praxis: Bisher waren in den Personalkostenbudgets stets ein Inflationsausgleich und Spielraum für Tariferhöhungen eingeplant. Zusätzlich sollen variable Vergütungsanteile und Sonderzahlungen sinken sowie Stellen abgebaut werden. VW selbst wollte die Pläne nicht bestätigen und sprach von „Spekulationen". Die Tarifverhandlungen, die voraussichtlich Ende November beginnen, seien der richtige Ort für solche Themen.

Die IG Metall bezeichnet das Vorhaben als unrealistisch und kündigt heftigen Widerstand an. Die Gewerkschaft fordert in den anstehenden Verhandlungen fünf Prozent mehr Lohn – für den VW-Haustarif ebenso wie für den Flächentarif, der unter anderem für Audi, MAN und Porsche gilt.