Das aktuelle Rentenniveau liegt bei 48 Prozent – also dem Verhältnis einer Standardrente zum durchschnittlichen Arbeitslohn. Würden Renten künftig nur noch entsprechend der Inflation steigen statt wie bisher an die Lohnentwicklung gekoppelt, könnte dieses Niveau bis 2070 auf 32 Prozent abstürzen. Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).
Die Forscher rechnen drei Varianten durch, jeweils für eine Person, die 2045 mit 67 Jahren in Rente geht, 45 Jahre lang durchschnittlich verdient hat und dabei zwei Prozent Inflation sowie drei Prozent Lohnwachstum unterstellt werden. In der radikalsten Variante – Inflation als Maßstab für alle Rentenanpassungen – sinkt das Rentenniveau am stärksten, der Beitragssatz fiele dafür langfristig niedriger aus. Eine dritte Variante sieht eine höhere Einstiegsrente vor, die danach nur noch inflationsgebunden steigt; der Beitragssatz bliebe dabei stabil. Das DIW hält diesen Weg für sinnvoller als eine vollständige Abkehr von der Lohnkopplung.
Ohne jede Reform prognostiziert die Deutsche Rentenversicherung ohnehin einen Anstieg des Beitragssatzes von derzeit 18,6 auf 21,1 Prozent bis 2040 – bei gleichzeitig sinkendem Rentenniveau auf rund 46 Prozent.
DIW-Studie: Inflationsanpassung lässt Rentenniveau auf 32 Prozent fallen
Warum das wichtig ist
Wer heute einzahlt, muss damit rechnen, dass der Beitragssatz bis 2040 um bis zu 2,5 Prozentpunkte steigt – und die spätere Rente trotzdem niedriger ausfällt als heute.