Beim Bochumer Wohnungskonzern Vonovia häufen sich die Probleme: Am Mittwoch, bei der Vorlage der Quartalszahlen, kündigte Finanzchef Philip Grosse seinen Abschied an. Seinen bis Ende 2027 laufenden Vertrag will er nicht verlängern. Den Aufsichtsrat hat er darüber bereits informiert.

Der DAX-Konzern steht gleichzeitig unter wirtschaftlichem Druck. Steigende Zinsen – also teurere Kredite für Käufer und Investoren – bremsen das Verkaufsgeschäft spürbar. In den ersten neun Monaten veräußerte Vonovia Immobilien im Wert von rund 900 Millionen Euro, doch Verkaufsprozesse dauern laut Konzern zunehmend länger. Zudem senkte Vonovia erst kurz zuvor überraschend seine Wachstumsziele. Ende September gehörten dem Konzern 527.488 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich – rund 5.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Besser läuft es beim Kerngeschäft: Die durchschnittliche Monatsmiete stieg in den ersten neun Monaten auf 8,57 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unternehmenschef Luka Mucic sprach von unverändert hoher Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen, räumte aber ein, dass das Umfeld für Verkäufe schwierig bleibe.