Das Rentenniveau in Deutschland erreichte 2015 mit 47,7 Prozent seinen historischen Tiefstand – und trifft damit vier Geburtsjahrgänge besonders hart. Das zeigen Daten der Deutschen Rentenversicherung, ausgewertet von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Konkret betroffen sind die Jahrgänge 1948, 1949, 1950 und 1952, die zwischen 2014 und 2018 in Rente gingen. Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis zwischen der Standardrente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst und dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen. Seit den 1970er-Jahren sinkt dieser Wert kontinuierlich; seit 2012 liegt er dauerhaft unter 50 Prozent.

Diese Jahrgänge tragen eine besondere Last: Sie erlebten mehrere Rentenreformen, steigende Beitragssätze und – vor allem in Ostdeutschland – Erwerbsbrüche durch den Strukturwandel nach der Wiedervereinigung. Wichtig: Ein niedriges Rentenniveau bedeutet nicht, dass Renten gekürzt wurden. Die gesetzliche Rentengarantie schließt nominale Rentenkürzungen aus.