Die Bundesregierung steht unter Druck: Die von der Alterssicherungskommission empfohlene Abschaffung der „Rente mit 63" – also des abschlagsfreien Renteneintritts für besonders langjährig Versicherte – löst heftige Debatten in Politik und Gewerkschaften aus.

Innerhalb der Union bröckelt der Rückhalt für die Reform. CDU-Ministerpräsidenten aus dem Osten haben die Debatte angeheizt, Bundestagsfraktionen zeigen erste Risse. Gleichzeitig tragen Umfragen zur Lage bei: Zwei Drittel der Deutschen wollen die Rente mit 63 behalten. Kanzler Friedrich Merz steckt deshalb in einem Dilemma – gibt er nach, droht das gesamte Rentenpaket zu zerfallen; bleibt er hart, könnte ein Scheitern im Bundestag seine Kanzlerschaft kosten.

Als mögliche Alternative diskutieren Politiker eine sogenannte Härtefallregelung: Menschen, die körperlich anspruchsvolle Berufe ausgeübt haben oder gesundheitlich nicht mehr arbeitsfähig sind, sollen erleichterten Zugang zur Rente erhalten. Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk und SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese sprechen sich dafür aus, den Anspruch anhand wissenschaftlicher Indikatoren zu bemessen.