Wer in Restaurants oder Cafés mit Karte zahlt, sieht am Gerät immer häufiger voreingestellte Trinkgeldvorschläge – oft in auffälligen Farben oder größerer Schrift als die Option „Kein Trinkgeld". Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert das als manipulative Designtricks, sogenannte Dark Patterns, die man bislang vor allem von Websites und Apps kennt.
Verbandschefin Ramona Pop fordert, dass die Ablehnoption genauso gut sichtbar sein muss wie die Prozentvorschläge. Das unterstützt auch eine Forsa-Umfrage vom 3. bis 5. August, für die 1.009 Personen ab 18 Jahren befragt wurden: 52 Prozent fühlen sich durch auffällig hervorgehobene Prozentfelder zum Trinkgeldgeben gedrängt. Drei Viertel der Befragten wollen, dass die „Kein Trinkgeld"-Option gleichwertig dargestellt wird. Der Verband setzt sich deshalb auf europäischer Ebene für ein klares Verbot solcher Designtricks ein.
Verbraucherschützer warnen vor Trinkgeld-Tricks an Kartenlesegeräten
Warum das wichtig ist
Wer beim Kartenzahlen kein Trinkgeld geben möchte, muss das nicht – die „Kein Trinkgeld"-Schaltfläche ist auf jedem Gerät vorhanden, auch wenn sie kleiner oder blasser erscheint als die Prozentoptionen.