Das US-Haushaltsbüro CBO (Congressional Budget Office, unabhängige Haushaltsbehörde des Kongresses) meldet einen neuen Rekord: In den ersten zehn Monaten des laufenden Haushaltsjahres zahlen die USA täglich durchschnittlich 3,18 Milliarden Dollar an Zinsen – erstmals überschreiten die täglichen Zinskosten damit die Drei-Milliarden-Marke.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigen die Zinsausgaben um 117 Milliarden Dollar, ein Plus von 14 Prozent. Ursache ist die Kombination aus wachsender Gesamtschuld und höheren Zinsen: Die US-Staatsschuld liegt inzwischen bei rund 39,9 Billionen Dollar, die Verschuldung insgesamt bei 122 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das CBO erwartet für das laufende Jahr ein Haushaltsdefizit von 2,1 Billionen Dollar – 200 Milliarden mehr als noch im Februar prognostiziert.

Japan ist als großer Käufer amerikanischer Staatsanleihen ein zentraler Gläubiger der USA. Washington hat deshalb ein eigenes Interesse an einem stabilen Yen und gab 10 Milliarden Dollar zur Stützung der japanischen Währung aus. Jeder Dollar, der in den Schuldendienst fließt, fehlt gleichzeitig für Ausgaben wie Verteidigung, Infrastruktur oder Sozialprogramme.