Zwei aktuelle Meldungen zeigen: Steigende Kosten treffen Deutschland auf breiter Front – vom Wohnungsmarkt bis zum Flugticket.

Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium warnt, dass der Mangel an bezahlbarem Wohnraum das Wirtschaftswachstum bremst. Hohe Mieten hindern Arbeitnehmer daran, für besser bezahlte Stellen umzuziehen – besonders in Wachstumsregionen wie München oder Frankfurt.

Beiratsvorsitzender Felix Bierbrauer bringt es auf den Punkt: „Wer für einen Job umzieht, hat kaum mehr Geld in der Tasche." Lohnzuwächse werden zunehmend durch steigende Wohnkosten aufgefressen, was Unternehmen die Fachkräftegewinnung erschwert.

Als Gegenmittel schlägt der Beirat vor, Kommunen stärker anzureizen, Bauland auszuweisen. Zudem sollen Eigentümer, deren Grundstücke durch neue Baugenehmigungen an Wert gewinnen, künftig stärker an den Infrastrukturkosten beteiligt werden – etwa über eine sogenannte Infrastrukturkostenumlage.

Parallel dazu kündigt Ryanair-Chef Michael O'Leary zweistellige Ticketpreiserhöhungen an. Grund: Die Kerosinrechnung steigt im kommenden Geschäftsjahr um rund zwei Milliarden Euro. Für das Geschäftsjahr ab April 2027 konnte Ryanair nur ein Viertel des Treibstoffbedarfs absichern – zu 95 Dollar pro Barrel statt bisher 67 Dollar.

Um Kosten zu senken, plant die Airline zudem Lohnstopps, reduzierten Personaleinsatz an Bord und verstärkten KI-Einsatz in der Verwaltung. Der Nettogewinn sank im Sommerquartal bereits um sechs Prozent auf 1,61 Milliarden Euro.