Grüner Wasserstoff gilt als Schlüssel der Energiewende, doch sein Hochlauf kommt nicht voran. Das zeigen zwei aktuelle Fälle: In Duisburg baut Thyssenkrupp Steel Europe eine sogenannte Direktreduktionsanlage – ein 145 Meter hoher Turm, der klimaschädliche Hochöfen ersetzen soll. Statt Koks und Kohle soll grüner Wasserstoff das Roheisen gewinnen. Bund und Land fördern das Projekt mit zwei Milliarden Euro. Das Problem: Der nötige Wasserstoff ist schlicht nicht verfügbar.
Grüner Wasserstoff entsteht per Elektrolyse aus Ökostrom – und ist damit deutlich teurer als die fossile Variante. Grauer Wasserstoff aus Erdgas kostet rund drei Euro pro Kilogramm, die grüne Variante etwa fünf Euro. Gleichzeitig haben Industrie und Chemiebranche beim knappen Angebot Vorrang, sodass für andere Bereiche kaum etwas übrig bleibt.
Auch die Bundesregierung setzt mit ihrer Grüngasquote auf grüne Gase: Ab 2028 müssen sie einen festen Anteil im Gasmix haben. Zehn Verbände kritisieren das jedoch als „teure Scheinlösung". Benjamin Weismann vom Gebäudeenergieberater-Bundesverband warnt zudem vor Sicherheitsrisiken und sieht Wasserstoff im Gebäudesektor nur als Nischenlösung.
Grüner Wasserstoff bleibt knapp und teuer – Energiewende stockt
Warum das wichtig ist
Wer eine Gasheizung betreibt, zahlt ab 2029 möglicherweise verpflichtend für grüne Gasanteile – bei Biomethan-Tarifen sind das bereits heute bis zu 4 Cent pro Kilowattstunde mehr.