Die von der Rentenkommission vorgelegten 33 Maßnahmen zur Stabilisierung der Altersvorsorge lösen breite Debatte aus – drei Vorhaben stehen dabei besonders im Mittelpunkt.

Das Herzstück der Reform ist die sogenannte „Schwedenrente": eine staatlich verwaltete Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rente, bei der Beiträge auch am Kapitalmarkt angelegt werden. Ökonom Sebastian Dullien hält dieses Modell für „wenig genial" und warnt vor Risiken und Nebenwirkungen.

Ebenfalls umstritten ist die geplante Abschaffung der Minijobs. Derzeit arbeiten rund 7,51 Millionen Menschen in Minijobs, knapp 3,5 Millionen davon als Nebenverdienst. Künftig sollen auch sie Renten-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge zahlen – bei 603 Euro Monatsverdienst würden netto rund 56 Euro allein für die Rente abgezogen. Der Dehoga-Verband nennt das eine „Katastrophe" für das Gastgewerbe.

Parallel startet im Januar das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot als Nachfolger des Riester-Systems. Wer jährlich 1.800 Euro einzahlt, erhält bis zu 540 Euro Förderung, plus 300 Euro pro Kind. Amundi-Deutschlandchef Christian Pellis begrüßt den Schritt, kritisiert aber die Komplexität: Sparer müssen selbst aktiv werden und Finanzwissen mitbringen.