Deutschland steht vor der größten Rentenreform seit Jahren. Bundeskanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas nahmen am Dienstag im Kanzleramt die Vorschläge einer 13-köpfigen Rentenkommission entgegen – einstimmig verabschiedet, fristgerecht geliefert. Merz kündigte an, alle 33 Empfehlungen ohne große Änderungen zu übernehmen: „Sie bilden ein Gesamtkonzept, das nur in seiner Gesamtheit funktioniert."

Der Reformdruck ist enorm. In diesem Jahr fließen fast 128 Milliarden Euro Steuergeld in die Rentenkasse – knapp ein Viertel des gesamten Bundeshaushalts. Gleichzeitig gehen bis 2040 rund 13,3 Millionen Erwerbstätige in Rente, etwa 30 Prozent der heutigen Arbeitskräfte. Das Kernstück der Reform: eine neue Kapitalkomponente. Bis zu zwei Prozent des Bruttolohns sollen künftig in einen staatlichen Fonds fließen und am Kapitalmarkt angelegt werden. Vorbild ist das schwedische Modell, das seit den 1990er-Jahren funktioniert. Dort erzielt der staatliche Standardfonds AP7 Såfa nach eigenen Angaben eine jährliche Rendite von elf Prozent bei Verwaltungskosten von nur 0,17 Prozent.

Kapitalmarktanlagen schwanken jedoch stark. In einzelnen Jahren mussten schwedische Rentner deshalb Einbußen hinnehmen.