Der GKV-Spitzenverband schlägt Alarm: Ab Oktober können die gesetzlichen Pflegekassen ihre Leistungen nicht mehr vollständig aus eigenen Mitteln finanzieren. Bis Jahresende fehlen schätzungsweise 500 Millionen Euro. Verbandschef Oliver Blatt spricht von „Alarmstufe Rot".

Die Zahlen machen das Ausmaß deutlich: Im ersten Halbjahr 2025 stiegen die Ausgaben der Pflegeversicherung um elf Prozent auf 39,5 Milliarden Euro – die Beitragseinnahmen wuchsen dagegen nur um 3,9 Prozent. Konkret heißt das: Ausgaben steigen fast dreimal schneller als Einnahmen. Selbst mit dem laufenden Bundesdarlehen von 3,2 Milliarden Euro liegt das Gesamtdefizit dieses Jahr bei 4,4 Milliarden Euro. Für 2026 erwartet der Verband eine Finanzlücke von zehn Milliarden Euro. Haupttreiber sind mehr Pflegebedürftige, höhere Kosten bei der Kurzzeitpflege und steigende Zuschüsse zu Heimkosten.

Blatt beruhigt Pflegebedürftige dennoch: „Die Pflege kann nicht pleitegehen." Der Bund werde notfalls kurzfristig Liquidität bereitstellen. Der GKV-Spitzenverband vertritt knapp 75 Millionen Versicherte.