Trotz eskalierender Kämpfe am Golf notiert Rohöl derzeit bei 95 Dollar pro Barrel – weit entfernt von den 200 Dollar, die manche Analysten zu Kriegsbeginn befürchtet hatten. Zum Vergleich: Als der Konflikt Ende Februar startete, schnellte der Preis innerhalb weniger Tage von 72 auf über 119 Dollar. Seither hat sich der Markt merklich beruhigt, obwohl die Ölexporte aus der Golfregion noch immer bei nur etwa zwei Dritteln des Vorkriegsniveaus liegen – täglich rund 20 Millionen Barrel wurden es einst.
Ein wesentlicher Grund dafür liegt im wirtschaftlichen Druck auf den Iran selbst. US-Sanktionen – darunter sogenannte Sekundärsanktionen, die auch ausländische Geschäftspartner Teherans treffen – haben die iranischen Ölexporte als Haupteinnahmequelle praktisch zum Versiegen gebracht. Gleichzeitig hat der Iran durch einen Angriff auf die Vereinigten Arabischen Emirate seinen wichtigsten Umgehungskanal verloren: Die Emirate suspendierten Mitte August den gesamten Handels- und Finanzaustausch mit Teheran.
Die Folgen im Iran sind gravierend. Lebensmittelpreise steigen stark, und einem Insider zufolge reichen die Benzinvorräte des Landes nur noch für zwei Monate.
Ölpreis bei 95 Dollar: Warum der Iran-Krieg den Markt kaum erschüttert
Warum das wichtig ist
Wer jetzt tankt oder heizt, zahlt zwar mehr als vor dem Krieg – ein Preisschock wie 2022 mit über 120 Dollar pro Barrel bleibt bislang aber aus.