Beim Haferflockenhersteller Kölln in Elmshorn legen Beschäftigte erstmals in der Firmengeschichte die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) rief die Produktionsmitarbeiter zu einem Warnstreik von 14.00 bis 22.00 Uhr auf. Zuvor war eine Kundgebung vor dem Werkstor geplant.
Im Kern geht es um einen neuen Haustarifvertrag – also eine betriebsinterne Lohnvereinbarung – für mehr als 160 Beschäftigte in der Produktion. Die NGG fordert 5,8 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von einem Jahr. Kölln hat bereits ein Angebot vorgelegt: zwei Prozent sofort, weitere zwei Prozent im zweiten Jahr, also vier Prozent über zwei Jahre. Die Gewerkschaft lehnt das ab, weil es die Inflation nicht ausgleiche. Weitere Verhandlungen sind für Donnerstag geplant.
Engpässe im Supermarkt sind laut NGG-Verhandlungsführerin Sarah Witte unwahrscheinlich. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Vorkehrungen getroffen, um Produktionsausfälle zu begrenzen. Kölln beschäftigt insgesamt rund 360 Menschen und erzielte 2024 einen Jahresumsatz von 154 Millionen Euro.
Erstmals Warnstreik bei Köllnflocken: NGG fordert 5,8 Prozent mehr Lohn
Warum das wichtig ist
Haferflocken-Fans müssen vorerst keine Engpässe befürchten – laut Gewerkschaft sind Auswirkungen auf das Supermarkt-Angebot unwahrscheinlich.