Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg am Mittwoch auf 91,48 US-Dollar je Barrel (159-Liter-Fass) – der vierte Handelstag in Folge mit Zuwächsen und erstmals seit Juli wieder über der 90-Dollar-Marke.
Auslöser ist die angespannte Lage an der Straße von Hormus, einer Schlüsselroute für Öl- und Gaslieferungen aus dem Persischen Golf. Der Iran blockiert die Durchfahrt und knüpft eine Öffnung an die Umsetzung eines im Juni mit den USA geschlossenen Rahmenabkommens. Zuletzt traf ein Projektil ein Schiff in der Meerenge und verletzte ein Besatzungsmitglied.
Der steigende Ölpreis schürt Inflationssorgen und drückt auf die Anleihemärkte weltweit. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen – also der jährliche Ertrag für Käufer dieser Staatspapiere – kletterte auf 3,25 Prozent, den höchsten Stand seit 2011. In den USA erreichte die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen mit 5,32 Prozent den höchsten Wert seit 2007.
Parallel dazu verteuerte sich Erdgas in Europa um mehr als 20 Prozent binnen zwei Wochen auf 64,60 Euro je Megawattstunde. Die deutschen Gasspeicher sind mit 50 Prozent deutlich schwächer gefüllt als im Vorjahr (67 Prozent). Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller warnte, Gasverbraucher sollten sich auf höhere Rechnungen einstellen.
Ölpreis treibt Anleiherenditen auf 15-Jahres-Hoch
Warum das wichtig ist
Steigende Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck, verteuern Baukredite und Staatsschulden – und könnten Heizkosten im kommenden Winter spürbar in die Höhe treiben.