Die USA haben in der Nacht zum Mittwoch Dutzende Ziele in Iran bombardiert. Auslöser waren Attacken auf Tanker in der Straße von Hormus – einer Meerenge, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports fließt. Gleichzeitig setzte Washington Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Teheran bezeichnete das als „schwerwiegenden Verstoß" gegen das Rahmenabkommen und kündigte Gegenmaßnahmen an. US-Präsident Trump erklärte die Waffenruhe für beendet.

Die Märkte reagierten sofort. Ein Barrel Brent-Rohöl – die europäische Referenzsorte – stieg um 2,6 Prozent auf 76,09 Dollar. Anfang Juli hatte der Preis noch bei 70 Dollar gelegen, dem tiefsten Stand seit Kriegsbeginn Ende Februar. Auch Erdgas verteuerte sich: An der Amsterdamer Börse legte der TTF-Terminkontrakt – der europäische Richtpreis für Erdgas – um 5,8 Prozent auf 49,27 Euro je Megawattstunde zu. Vor Kriegsbeginn hatte er bei rund 30 Dollar gelegen.

Hintergrund der Nervosität: Europas Gasspeicher sind wenig gefüllt, und LNG-Importe – verflüssigtes Erdgas per Schiff – sind zuletzt zurückgegangen, weil Asien verstärkt auf den Spotmarkt drängt.