Seit Ende 2024 haben 10.255 Haushalte über die Mietwucher-App der Linkspartei ihre Miete offiziell bei den Behörden angezeigt. Die App, die inzwischen in 36 Städten verfügbar ist, wurde insgesamt rund 303.500 Mal genutzt. In etwa 198.000 dieser Fälle lagen die Mieten über dem erlaubten Niveau.
Die gemeldeten Fälle sind teils gravierend: Die betroffenen Mieten überschreiten den Vergleichswert im Schnitt um 66 Prozent. Konkret heißt das, die Behörden beziffern die nötige Absenkung auf durchschnittlich 250 Euro pro Monat. Das Wirtschaftsstrafgesetz stuft Mieten als Ordnungswidrigkeit ein, wenn sie die ortsübliche Vergleichsmiete um mehr als 20 Prozent übersteigen und der Vermieter eine Wohnungsknappheit ausnutzt. Ab 50 Prozent Überschreitung kann es sich um eine Straftat handeln.
Berlin verzeichnet mit 4.658 Behördenmeldungen die meisten Fälle bundesweit. Im Oktober 2025 setzte das Wohnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg ein Bußgeld von 26.000 Euro und eine Mietrückzahlung von 22.000 Euro durch. Als Vorreiter gilt Frankfurt am Main: Dort führte das Wohnungsamt seit 2020 über 1.000 Verfahren und erwirkte Rückzahlungen von insgesamt 330.330 Euro.
Mietwucher-App der Linken löst 10.000 Behördenmeldungen aus
Warum das wichtig ist
Wer zu viel Miete zahlt, kann über die App prüfen, ob die eigene Miete die ortsübliche Vergleichsmiete um mehr als 20 Prozent übersteigt – und dann ein Behördenverfahren anstoßen, das im Schnitt 250 Euro monatliche Ersparnis bringen kann.