Der europäische Gaspreis ist seit Dienstag um mehr als elf Prozent auf 49 Euro pro Megawattstunde gestiegen. Auslöser war ein Angriff auf einen katarischen Flüssiggastanker in der Straße von Hormus – der Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel, durch die ein Großteil des weltweiten Öl- und Gasverkehrs fließt. An Bord des Tankers brach Feuer aus, ein weiteres Schiff wurde ebenfalls getroffen.

US-Präsident Donald Trump erklärte daraufhin das Friedensabkommen mit dem Iran für hinfällig. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge brach daraufhin drastisch ein: Am Mittwoch passierten laut Bloomberg nur 14 Tanker die Straße, verglichen mit einem Durchschnitt von 34 in den drei Wochen zuvor. Am Donnerstagmorgen fuhren zunächst nur zwei größere Schiffe durch.

Auch der Ölpreis reagierte: Brent-Rohöl stieg zeitweise wieder über 80 Dollar pro Barrel und lag am Donnerstag mehr als sieben Prozent über dem Montagniveau. Beim Gas ist die Ausgangslage noch angespannter – der europäische Referenzpreis Amsterdam TTF wurde bereits vor den jüngsten Angriffen rund 40 Prozent über dem Vorkriegsniveau gehandelt.