Sechs Monate nach Beginn des Irankriegs profitieren Shell, BP und TotalEnergies massiv von gestiegenen Energiepreisen. Die drei Ölkonzerne verbuchen deutlich höhere Gewinne – befeuert durch eine Krise, die den globalen Rohstoffmarkt grundlegend verändert hat.
Der Auslöser: Der Iran blockiert die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt für den Öltransport. Der Preis für die Rohölsorte Brent – der internationale Referenzpreis für Rohöl – notiert seitdem wieder deutlich über 90 US-Dollar pro Barrel. Zwar gelangt weiterhin Öl durch die Meerenge, etwa über kreative Lösungen der Anrainerstaaten und Irans eigene Kunden. Doch der Markt rechnet damit, dass die Blockade noch länger anhält.
Politisch wächst deshalb der Druck. SPD-Chef Lars Klingbeil wirbt für eine europäische Übergewinnsteuer – ein Instrument, das Krisengewinne von Unternehmen abschöpfen soll. Gleichzeitig läuft die Debatte über den ausgelaufenen Tankrabatt: Ob die Milliardenhilfe vor allem Verbraucher oder Mineralölkonzerne entlastet hat, ist weiterhin umstritten.
Ölkonzerne kassieren Milliardengewinne – Hormus-Blockade treibt Preise
Warum das wichtig ist
Wer tankt oder Energie verbraucht, zahlt seit Monaten mehr – und Brent-Öl über 90 Dollar pro Barrel deutet darauf hin, dass sich daran vorerst nichts ändert.