Wer im Westen Deutschlands tankt, zahlt derzeit mehr – weil der Rhein zu wenig Wasser führt. ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer bestätigt: Das Niedrigwasser wirkt preistreibend, weil der Fluss als wichtiger Transportweg für Öl, Benzin und Diesel dient. Große Tankschiffe sind dabei deutlich günstiger als Lkw. Fällt diese Option weg, steigen die Logistikkosten spürbar.
Die Preisunterschiede zeigen sich konkret in den Daten des Portals Tankerkönig: Bei Benzin liegen Nordrhein-Westfalen und Hessen vorn, gefolgt von Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Bayern – vor allem der Süden – ist am günstigsten. Der Abstand beträgt rund sieben Cent bei Benzin und etwa acht Cent bei Diesel. Laberer betont jedoch, dass Deutschland über ein breites Versorgungsnetz aus Seehäfen, Raffinerien, Pipelines sowie Schienen- und Straßenverkehr verfügt – deshalb bleibt der Effekt bislang regional begrenzt.
Die Versorgung gilt laut Branchenangaben weiterhin als gesichert. Das Niedrigwasser ist zudem nur einer von mehreren Faktoren, die aktuell auf die Spritpreise drücken.
Niedrigwasser am Rhein treibt Spritpreise im Westen hoch
Warum das wichtig ist
Wer in NRW oder Hessen tankt, zahlt derzeit bis zu acht Cent mehr pro Liter Diesel als Autofahrer im südlichen Bayern.