Der Deutschlandtourismus hat das erste Halbjahr mit einem neuen Rekord abgeschlossen – und trotzdem gibt es Grund zur Sorge. 223,8 Millionen Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben ab zehn Betten bedeuten ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem bisherigen Halbjahresrekord von 223,1 Millionen, wie das Statistische Bundesamt meldet.
Doch der Juni trübte das Bild: 48,9 Millionen Übernachtungen – das sind 2,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Besonders inländische Gäste blieben aus; ihre Übernachtungszahlen sanken um 3,6 Prozent auf 41,2 Millionen. Ausländische Gäste hingegen buchten mehr: plus 1,6 Prozent auf 7,7 Millionen. Zum Halbjahr wuchsen die Auslandsgäste mit 0,5 Prozent ebenfalls stärker als Inlandsgäste mit 0,3 Prozent.
Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft nennt eingetrübte Konsumlaune als zentralen Grund. In einer Umfrage von Ende April erklärten 40 Prozent der Befragten, bei Reisen zu sparen – 22 Prozent verzichten zumindest teilweise auf Urlaub. Besonders betroffen sind ältere Menschen und einkommensschwache Haushalte.
Deutschlandtourismus: Rekordhalbjahr trotz Einbruch im Juni
Warum das wichtig ist
Wer in diesem Jahr Urlaub in Deutschland plant, trifft auf eine gespaltene Lage: Ausländische Reisende kommen häufiger, während fast jeder fünfte Deutsche seinen Urlaub ganz streicht.