Bundeskanzler Friedrich Merz hat ein „Gerechtigkeitsproblem" im deutschen Gesundheitssystem diagnostiziert: Gesetzlich Versicherte warten oft wochenlang auf Facharzttermine, während Privatpatienten schnell behandelt werden. Das erklärte er öffentlich – ohne konkrete Lösungen zu nennen.

Die Reaktionen kamen prompt. Unions-Fraktionschef Thorsten Frei stellte klar, dass Merz das duale System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung nicht abschaffen wolle. CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger warnte, eine Einheitsversicherung würde keine Wartezeiten verkürzen und sei verfassungsrechtlich schwierig. Gleichzeitig begrüßte CSU-Politikerin Emmi Zeulner den Vorstoß grundsätzlich: Beim Arzt dürfe die Art der Versicherung keinen Unterschied mehr machen. Für eine stärkere Beteiligung privater Kassen an den Pflegekosten sprach sie sich ebenfalls aus.

Im Hintergrund laufen derweil Koalitionsgespräche. Vertreter von CDU, CSU und SPD beraten über Reformen bei Rente, Pflege und Gesundheit – ausgelöst auch durch schlechte Wahlergebnisse der Koalitionsparteien bei jüngsten Landtagswahlen.