Die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) hat einen mutmaßlichen Steuerbetrug mit Luxusautos aufgedeckt, der einen Schaden von rund 100 Millionen Euro verursacht haben soll. Am Mittwoch nahmen Behörden in Deutschland und Österreich 13 Personen fest; insgesamt ermittelt die EUStA gegen mehr als 50 Verdächtige.
An der koordinierten Razzia in fünf Ländern – Deutschland, Österreich, Kroatien, Tschechien und Polen – waren mehr als 900 Einsatzkräfte beteiligt. Dabei stellten die Behörden Dutzende Fahrzeuge, Bargeld, Kryptowerte, eine Schusswaffe sowie Luxusuhren sicher. In Berlin wurden zwei Immobilien beschlagnahmt, darunter ein Hostel.
Das Prinzip dahinter nennt sich Karussellbetrug: Grenzüberschreitender Handel innerhalb der EU ist von der Mehrwertsteuer befreit. Berliner Unternehmen sollen Luxusautos deshalb zum Nettopreis importiert, die Steuer über ein verschachteltes Firmennetz an einer Stelle eingespart und sich an anderer Stelle erstatten lassen haben. Sieben Hauptverdächtige – darunter zwei Steuerberater – sollen dieses System seit mindestens zehn Jahren betrieben haben.
Luxusauto-Betrug: EU-Ermittler nehmen 13 Verdächtige fest
Warum das wichtig ist
Der Schaden von 100 Millionen Euro trifft EU-Steuergelder – also Mittel, die auch aus deutschen Beiträgen stammen.