Der Arbeitskreis Steuerschätzung tagt seit heute und soll am Donnerstag seine Ergebnisse vorlegen. Der Anlass: Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2025 von 0,5 auf 1,3 Prozent angehoben – deutlich mehr als noch im Frühjahr erwartet.
Das hat konkrete Folgen für den Staatshaushalt. Bundeskanzler Friedrich Merz bezifferte, dass ein Prozentpunkt mehr Wirtschaftswachstum rund zehn Milliarden Euro zusätzliche Steuereinnahmen bedeutet. Für 2026 und 2027 könnten dem Bund damit insgesamt rund 15 Milliarden Euro mehr zufließen – der Rest geht an Länder und Kommunen. Merz will einen Teil davon nutzen, um die Stromsteuer für alle Haushalte auf das europäische Minimum zu senken. Das würde rund fünf Milliarden Euro pro Jahr kosten und war bereits im Koalitionsvertrag vereinbart, scheiterte aber bisher am fehlenden Geld. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zeigt sich grundsätzlich offen, verlangt aber konkrete Finanzierungsvorschläge von der Union.
Mehr Steuereinnahmen erwartet – Streit um Milliarden beginnt
Warum das wichtig ist
Eine Stromsteuersenkung würde den Preis von derzeit 2,05 auf 0,1 Cent pro Kilowattstunde drücken – das entlastet jeden Haushalt direkt bei der nächsten Stromrechnung.