Zwei aktuelle Entwicklungen erhöhen den finanziellen Druck auf Verbraucher: steigende Bauzinsen verteuern den Immobilienkauf, während im Regionalverkehr höhere Ticketpreise und Fahrplankürzungen drohen.
Laut dem Kreditvermittler Interhyp liegen die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen derzeit bei 4,4 Prozent – so hoch wie zuletzt im März 2009. Noch Mitte Juli betrugen sie 3,8 Prozent. Als Ursache nennt Interhyp das Wiederaufflammen des Iran-Konflikts und daraus resultierende Inflationssorgen, die die Renditen an den Anleihemärkten trieben.
80 Prozent der von Interhyp befragten Banken erwarten die Zinsen in den nächsten zwei Monaten auf gleichbleibend hohem Niveau. Kaufinteressenten müssen also mit den aktuellen Konditionen kalkulieren.
Die Folgen zeigen sich bereits: Laut einer Umfrage des Maklernetzwerks Remax Germany dauert es bei 54,3 Prozent der Makler länger als sechs Monate, eine Immobilie zu verkaufen – im Vorjahr waren es noch 32,7 Prozent. Besonders sanierungsbedürftige Objekte sind betroffen, da Banken mehr Eigenkapital und Sanierungspläne verlangen.
Im Bahnverkehr eskaliert ein politischer Streit: Ein EuGH-Urteil vom März kippte die sogenannte Trassenpreisbremse – die Regelung, die Regionalverkehrsunternehmen vor stark steigenden Netznutzungsgebühren schützte. DB InfraGo plant für 2027 ein Plus von 7,7 Prozent. Bayerns Verkehrsminister Bernreiter fordert Bundesfinanzminister Klingbeil an den Verhandlungstisch; Schleswig-Holstein hat bereits Fahrten gestrichen.
Höhere Kosten drohen: Bauzinsen und Bahntickets belasten Verbraucher
Warum das wichtig ist
Wer kaufen, bauen oder Bahn fahren will, muss in den kommenden Monaten mit spürbar höheren Kosten rechnen.