Mindestens zwölf gesetzliche Krankenkassen haben insgesamt 1,1 Milliarden Euro in riskante Immobilienanlagen gesteckt – und davon bereits 400 Millionen Euro abgeschrieben. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag.
Die betroffenen Kassen investierten vor allem in der Niedrigzinsphase in sogenannte immobilienbesicherte Schuldscheindarlehen sowie in die Fonds Verius II und Verius III – Anlageprodukte, bei denen Investoren inzwischen von einem Totalverlust ausgehen. Nach der Zinswende 2022 gerieten diese Anlagen in Schieflage. Ende 2025 schrieben die Kassen 400 Millionen Euro aus ihren Bilanzen ab; bei den verbleibenden 700 Millionen Euro hält die zuständige Aufsichtsbehörde, das Bundesamt für Soziale Sicherung, weitere Verluste für möglich. Einige Kassen haben Klagen eingereicht, Gerichtsverfahren laufen.
Dabei handelt es sich um Beitragsgelder gesetzlich Versicherter. Die Grünen-Politikerin Paula Piechotta warnte vor „unnötig hohen Kassenbeiträgen" und forderte Schadensersatzklagen gegen Ratingagenturen und Fondsinhaber. Frühere Medienberichte von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hatten den Schaden noch auf mindestens 170 Millionen Euro beziffert.
Krankenkassen verzocken 1,1 Milliarden Euro bei Immobilienfonds
Warum das wichtig ist
Wer wissen will, ob die eigene Krankenkasse betroffen ist, hat laut Grünen derzeit keinen Anspruch darauf – die Namen der zwölf Kassen sind bislang nicht öffentlich.